Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) gehört zu den weltweit führenden Universitäten. Wichtige technologische Entwicklungen der letzten anderthalb Jahrhunderte kommen von hier. So überrascht es nicht, dass die ETH-Bibliothek derart wertvolle digitale Bestände besitzt, dass selbst Google darauf aufmerksam wurde. Die Verantwortlichen standen vor einer Reihe von Fragen: Wie sichern wir unsere digitalen Assets? Wie schaffen wir Wissenschaftlern aus aller Welt Zugang zu unserem Wissen? Wie können wir Suchmaschinen einbinden, damit unsere Forschungsergebnisse leichter gefunden werden?
Canto Cumulus war nicht das erste System für Digital Asset Management (DAM), das in Zürich ausprobiert wurde. Aber es wurde zum letzten, denn inzwischen hat die ETH-Bibliothek alles, was sie benötigt: Die richtige Balance zwischen Datensicherheit und öffentlicher Nutzung im Internet bei einfachster Bedienung. Ein weiteres Plus ist die Verknüpfung mit dem hochschuleigenen LDAP-Verzeichnis zur Nutzerverwaltung. Unschlagbar jedoch ist die Einbindung von Google. Das „offene“ System Cumulus holt die Nutzer dort ab, wo sie am häufigsten suchen: online.
Die ETH Zürich begann mit dem Digitalisieren ihres Bildarchivs in den späten 1990er Jahren und das aus gutem Grund, wie Dr. Rudolf Mumenthaler, Leiter Innovation und Marketing der ETH-Bibliothek erläutert:
„Bilder sind für Forschung, Lehre und Dokumentation immer wichtiger geworden. Wir mussten dafür sorgen, dass man an unsere Bestände heran kommt.“
Dem ersten System für Digital Asset Management war man sehr schnell entwachsen.

Links: Zur Gewährleistung der Asset-Sicherheit haben Gäste und registrierte Benutzer eine vorgegebene Zugangstiefe. Rechts: Mit Hilfe der leistungsfähigen und einzigartigen Cumulus Kategorien ist es leicht, Datenbestände zu durchsuchen und die passenden Assets zu finden.
Mumenthaler wusste damals schon, dass man etwas Robusteres und Flexibleres brauchte, um mit der Entwicklung und den Anforderungen der Hochschulabteilungen Schritt zu halten.
„Die Abteilungen hatten ihre eigenen Taxonomien und Metadaten. Außerdem wollten sie wissen, wer ihre Bilder ansieht oder herunter lädt — das ist schon allein aus rechtlichen Gründen sehr wichtig.“
Die ETH-Bibliothek evaluierte nicht weniger als sechs DAM-Systeme bevor sie sich endgültig für Cumulus entschied.
„Unsere wichtigsten Anforderungen waren, jeder Abteilung eigene Kataloge zur Verfügung zu stellen, Plattformunabhängigkeit und Internetzugriff ohne Softwareinstallation bei den Nutzern.“
Cumulus erfüllte diese anfänglichen Vorgaben spielend. Aber die Vorteile reichen viel weiter.
„Cumulus bietet Bildbearbeitung und Konvertierungsoptionen, die andere nicht haben. Es ist zum Beispiel sehr praktisch, dass Dozenten ihre Bilder gleich als PowerPoint- Folie herunter laden können.“
Dass der Zugriff auf die Bilddaten sehr differenziert gesteuert werden kann, kommt dem Anliegen der Forschenden sehr entgegen.
„Der Erfolg des Projektes steht und fällt letztlich mit der Steuerung der Berechtigungen und des Zugriffs. Cumulus hat einfach die beste Lösung dafür.“
Der Innovationsbeauftragte der ETH-Bibliothek räumt ein, dass es für manche Abteilungen anfangs schwer war, die Vorteile von DAM zu erkennen. Aber das änderte sich sobald Cumulus zur Anwendung kam.
„Ursprünglich hatten wir 10 Kataloge geplant. Heute sind wir schon bei 18.“
Die offene Programmierschnittstelle API erlaubt der ETH, das Programm nach ihren Bedürfnissen anzupassen.
„Wir haben eine eigene Benutzeroberfläche für den Einsatz in der Hochschule entwickelt.“
Darüber hinaus wurden weitere nützliche Schnittstellen zu Cumulus eingerichtet. Dazu gehören die Benutzerverwaltung der Hochschule (LDAP), das Speichernetzwerk Storage Area Network (SAN), das Content Management System (CMS) Silva und das „Wissensportal“ der Bibliothek, das eine Google-Schnittstelle zu den eigenen Bildbeständen bekommen wird.
Der Canto Partner Interaktion machte die Integration noch einfacher für die ETH.
„Wir haben nur gute Erfahrungen mit Interaktion gemacht — sie kennen Cumulus wirklich sehr gut.“
Canto bot seine Hilfe auch direkt an, wenn es nötig war. Anregungen aus Zürich beeinflussten sogar die Entwicklungsarbeit in Berlin.
„Wir mussten zum Beispiel Metadaten auf ein SQL-System spiegeln. Cumulus konnte das zu diesem Zeitpunkt nicht, aber Canto machte das schon mit dem nächsten Release möglich.“

Beginnend mit der üblichen Suchanfrage bei Google wird der Nutzer zunächst auf eine Zwischenseite mit Metadaten gelenkt. Von dort geht es zu einer von der ETH Zürich bereitgestellten Live Page mit Ansichten und Downloads.
In Zusammenarbeit mit Google baute die ETH eine Google/Cumulus-Schnittstelle um die Suchfunktionen weiter zu verbessern. Die Bildersuche verlinkt nun direkt zu Cumulus, wo die Nutzer mehr über ein bestimmtes ETH- Bild erfahren, Vorschaubilder mit Zoom- und Schwenkfunktion ansehen und es natürlich auch herunter laden können. Diese Kopplung trieb die Internetzugriffe bei der ETH um unfassbare 2.000 Prozent in 12 Monaten nach oben. Das ist Suchmaschinenoptimierung in Perfektion.
Weitere ETH-Abteilungen werden in nächster Zeit von eigenen Katalogen profitieren. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn, um die Umsätze aus kommerziellen Anwendungen zu erhöhen, ist ein PayPal-Link bereits in Planung.
Für Dr. Mumenthaler und die ETH war Cumulus eine lohnenswerte Investition:
„Ich wüsste nicht, wie wir diese ganzen Services ohne Cumulus anbieten könnten. Vielleicht gibt es eine andere Lösung. Aber ich kenne keine bessere.“