Neue Trends kann man schnell links liegen lassen und ihr Potenzial ignorieren – häufig setzen sie sich auch gar nicht durch. Allerdings gibt es einige Trends, die man nicht ignorieren darf, insbesondere dann nicht, wenn sie das Potenzial haben, sich lange zu halten.

Dies sind die wichtigsten Marketing-Trends, die Sie kennen und ernst nehmen müssen, wenn Sie erfolgreich sein wollen. Natürlich können Sie sie ignorieren – aber das tun Sie auf eigene Gefahr!

Google ist nicht mehr, was es einmal war

Ich beginne mit dem, was am deutlichsten gesagt werden muss: Man kann Google unmöglich verstehen. Wenn man versucht, Google zu steuern und zu verstehen, dann ist das ungefähr so, als würde man das gesamte Universum verstehen wollen – zum jetzigen Zeitpunkt ist das einfach nicht möglich.

Trotzdem lassen sich bestimmte Muster und Trends erkennen, anhand derer wir die Funktionsweise von Googles Algorithmen abschätzen können. Erfolgreiche Marketingspezialisten nutzen diese, um ihre Maßnahmen hinsichtlich der bekannten Suchmaschine zu optimieren.

Das Logo von Google an einer Wand.
Google verändert sich ständig.

Allerdings sollte man sich diesen Ansatz nicht zum Vorbild für die eigenen Marketingaktivitäten nehmen. Wer behauptet, er habe den ‘Schlüssel’ oder das ‘Geheimnis’ für ein besseres Ranking bei Google, der irrt sich. Selbst ihr Ansatz aktuell funktionieren würde, wird er es in einem Jahr, vielleicht in einem Monat oder sogar schon morgen nicht mehr. Das ist die Realität von Google.

Es gibt nur einen Weg, wie wir unsere Marketingaktivitäten wirklich auf eine effektive Einbindung und Werbung bei Google ausrichten können: Wir müssen den Trends immer einen Schritt voraus sein und dürfen uns nicht zufrieden zurücklehnen, sobald wir Fortschritte gemacht haben.

Ja, ganz recht – wann immer wir glauben, den Code geknackt zu haben, hat sich der Code entweder bereits geändert oder wird sich ändern. Wir sind gezwungen, uns ständig weiterzuentwickeln.

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Ein Beispiel, um das Konzept zu verdeutlichen, sind Suchanfragen und vorgestellte Artikel (Featured Snippets). Angenommen, Sie veröffentlichen einen Artikel, der bei Google für einen bestimmten Suchbegriff als erstes Ergebnis in der Box, das sogenannte ‘Featured Snippet’, erscheint. Trotzdem Sie diesen Artikel nach bestem Wissen pflegen, wird er plötzlich vom Algorithmus von Google nicht mehr berücksichtigt.

Bei diesem Beispiel könnte der Grund dafür gewesen sein, dass Ihre Suche nur für Desktop-Nutzer attraktiv war, wohingegen Personen auf Mobilgeräten Ihren Artikel nicht mit gleichem Interesse aufgerufen haben.

Dies ist nur einer von vielen möglichen Trends, auf die Sie achten müssen, wenn Sie in der heutigen Umgebung von Google wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Marketing-Technologie kann man nicht mehr einfach nur ‘benutzen’

Die häufigste Frage bezüglich des Portfolios an Marketing-Technologien eines Unternehmens (dem sogenannten ‘Marchech-Stack’) war früher: ‘Welche Programme verwenden Sie?’ Das könnte für manche Unternehmen immer noch der gängigste Gesichtspunkt sein –- sollte es aber nicht! Der Trend geht nämlich in eine ganz andere Richtung.

Auf einem Zettel steht das Wort 'Marketingstrategie'.
Marketing-Technologie braucht einen unverbrauchten, dynamischen Ansatz.

Die eigentliche Frage, die erst allmählich in den Vordergrund rückt, lautet: ‘Welche Art von Evaluationssystemen und -strategien nutzen Sie, um Ihr Portfolio zu optimieren?’ Unternehmen haben mittlerweile eine grobe Vorstellung davon, welche Arten von Marketingsystemen sie brauchen. Sie verstehen, welche Werkzeugen sie brauchen, um ihre Projekte und Kampagnen fristgerecht zu realisieren.

Doch die richtige Mischung von Programmen in einem Portfolio zu haben genügt nicht mehr. Moderne Marketing-Teams müssen einen Schritt weiter gehen und eine klare Evaluierungsstrategie entwerfen, die auch die Analytik mit einbezieht.

Ich gehe davon aus, dass Ihr Martech-Stack wahrscheinlich bereits eine Art Analysewerkzeug beinhaltet, mit dem Sie die Effektivität Ihrer Marketingmaßnahmen bewerten können. Aber – und das ist wichtig – Sie müssen auch Ihre Analysen analysieren. Zudem brauchen Sie einen strukturierten Zeitplan, der dafür sorgt, dass die Mitarbeiter ihre Programme auf dem neuesten Stand halten.

Social Media – das ungelöste Rätsel

Social Media-Marketing lässt sich am besten damit vergleichen, Wurfpfeile auf ein sich bewegendes Ziel zu werfen. Zwar muss man gut werfen können, doch ist es noch wichtiger, dass man genau vorhersagen kann, wo sich das Ziel befinden wird, wenn man wirft. Auch hilft es, wenn man mehrere Ziele anvisieren kann, weil man so bessere Chancen hat, eins davon zu treffen.

Marketingfachleute meinen häufig, dass sie alles im Bereich Social Media verstanden haben, wenn sie ein paar erfolgreiche Treffer gelandet haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihnen künftige Würfe misslingen – ein Umstand, der durchaus Einfluss auf ihre Zukunftsstrategien haben sollte.

Eine Person beim Dartwerfen.
Social Media-Marketing ähnelt sehr einem Dartspiel.

Hier ist ein wesentlicher Trend, der diese Überlegung illustriert. Angenommen, ein Marketing-Team findet eine nette kleine Nischengruppe, die ihre Artikel auf Facebook bewirbt und verlinkt. Also beschließen sie, all ihre Social Media-Ressourcen und Zeit darauf zu verwenden, diesen Ansatz zu kopieren. Sie merken jedoch, dass die Resultate weniger gut ausfallen. Einst haben sie einen Volltreffer gelandet, aber jetzt treffen sie nicht einmal mehr die Zielscheibe.

Was ist geschehen? Tja, da gibt es mehrere Möglichkeiten, die allesamt zu berücksichtigen sind. Erstens könnte sich die Plattform verändert haben. Das schließt ihre Richtlinien und sogar die Demografie mit ein.

Eine weitere, weniger häufig vorkommende Möglichkeit ist, dass die Social Media-Webseite, auf der sie ihren Volltreffer gelandet haben, nicht länger populär ist. Facebook, wie oben im Beispiel, ist eine solche Social Media-Plattform, die jüngst viel von ihrem Ruhm eingebüßt hat. Stattdessen wandern die Nutzer in Scharen zu anderen Anbietern wie Instagram ab.

Das heißt nicht, dass die Lösung darin besteht, nun sämtliche Marketingaktivitäten auf Instagram zu verlagern. Tatsächlich wird sich auch Instagram verändern, wie andere Social Media-Webseiten auch.

Entscheidend ist, dass man die entscheidenden Wendepunkte erkennt und einen Plan ausarbeitet, wenn sie eintreten. Das könnte eine neue Richtlinie oder Regel sein, die seitens der Plattform eingeführt wurde. Was immer es ist, versuchen Sie abzuschätzen, wie stark sich dies auf den Besucherverkehr auswirken könnte und passen Sie sich entsprechend an, bevor es zu spät ist.

Beobachten Sie diese wichtigen Marketing-Trends, um mögliche Stagnation zu vermeiden, die auf diejenigen zukommt, die ohne Ideen überrascht werden. Der größte Trugschluss ist, dass man glaubt, einen uneinholbaren Vorsprung zu haben und sich keine Sorgen zu machen braucht – das ist das perfekte Rezept, um garantiert ins Hintertreffen zu geraten.

Das Cover eines E-Book zeigt eine Frau mit einem Smartphone in der Hand.

Casey Schmidt – Content Manager and Industry Expert

Casey Schmidt – Content Manager and Industry Expert | Canto

Casey Schmidt ist Content Manager bei Canto und interessiert sich dafür, komplexe Themen zu erfassen und für unsere Leser leicht verständlich zu machen.