Interview

MED-EL

MED-EL

Die Firma MED-EL mit Hauptsitz in Innsbruck, Österreich, ist ein führender Anbieter von Hörimplantat-Systemen. Die Produkte von MED-EL kommen weltweit in aktuell 134 Ländern zum Einsatz. Das Familienunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt Hörverlust als Barriere für Kommunikation und Lebensqualität zu überwinden.

HauptsitzInnsbruck, Österreich
Aktiv in134 Länder weltweit
Mitarbeiter2.400
Gegründet1977
MED-EL Headquarter

Das Familienunternehmen MED-EL hat sich zum Ziel gesetzt Hörverlust als Barriere für Kommunikation und Lebensqualität zu überwinden. Da gerade bei implantierbaren Hörlösungen operative Eingriffe unumgänglich sind, muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden – ein Kernthema des Marketings der Firma –, um den Betroffenen mögliche Ängste zu nehmen und die Vorteile der Lösungen zu erklären. Entsprechend werden die begleitenden Materialien für MED-EL Produkte in verschiedenen Sprachen und Versionen bereitgestellt; so steht allein die Firmen-Webseite in über 40 länderspezifischen Versionen bereit.

Ingo Steinacker ist Senior Marketing Manager, Creative Services der Corporate Marketing  Abteilung von MED-EL. Zu seinen Aufgaben zählt die B2C- und B2B-Kommunikation, worunter auch die Bereitstellung der Materialien in verschiedenen Versionen und Sprachen für die Partner des weltweiten Vertriebsnetzwerks fällt. Um dafür zu sorgen, dass die richtigen Materialien direkt an die richtigen Empfänger gelangen, setzen Ingo Steinacker und sein Team auf Canto als Digital Asset Management (DAM)-System.

Herr Steinacker, welche Art von Materialien und Dateien verwalten Sie in Canto?

Hauptsächlich nutzen wir Canto zur Speicherung, Verwaltung und Freigabe von Marketing-Materialien wie Broschüren und Flyern zu unseren Hörlösungen. Diese erstellen wir oft in mehreren Versionen, weil je nach Zielland andere Zulassungsanforderungen gelten können; das ist schon ein sehr komplexes Unterfangen.

Zusätzlich verteilen wir alle grafischen Elemente und Bausteine die für die externe Kommunikation benötigt werden über Canto. In unserer Canto Medienbibliothek ist so u.a. unsere gesamte Bilddatenbank untergebracht. Darüber hinaus speichern wir in Canto Videos, Präsentationen sowie interne Dokumente, die das Marketing für den jeweiligen Kontext benötigt. 

Screenshot Canto im Einsatz bei MED-EL

Welche Abteilungen arbeiten bei Ihnen mit Canto?

Das DAM-System ist bei MED-EL eine Initiative der Marketing Abteilung. Alle Mitarbeiter können die über das System angebotenen Assets direkt über Canto, oder über eine der zahlreichen Integrationen abrufen. Im Laufe der Zeit wurden aber auch andere Unternehmensbereiche, die mit der Erstellung von Material für die externe Kommunikation befasst sind, als Contributoren in das System aufgenommen.

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Implementierung von Canto ein voller Erfolg war. Wir haben aktuell 40 Contributoren; das sind hauptsächlich Mitarbeiter in unserem Hauptsitz die mit der Content Creation beschäftigt sind und ihre Materialien ins System einpflegen.

Dazu gibt es in verschiedenen Vertriebsorganisationen vereinzelt Benutzer mit ähnlichen  Rechten, die ebenfalls lokale Assets einspielen dürfen. Außerdem weiten wir das System gerade auf zwei zusätzliche Abteilungen aus, die ihre komplette Materialpalette über Portale in Canto zugänglich machen möchten.

Sie nutzen also auch Canto Portale. Wie viele insgesamt und wie?

Ja. Die Canto Portale finden insgesamt großen Anklang, weil die Benutzer die Verwendung als sehr angenehm empfinden. Mit den Portalen ist es außerdem möglich die Nutzer auf die Inhalte hin zu führen und sie dabei zu unterstützen, in der Flut an Material das richtige Asset zu finden.

Bei MED-EL erhalten nur die Contributoren direkten Zugriff auf die Hauptbibliothek in Canto. Alle anderen Nutzer greifen über ein gebrandetes Hauptportal auf die Assets zu. Darin finden über 500 Benutzer eine optimierte Auswahl der Assets aus der Hauptbibliothek.

Dazu zählt zum einen die komplette Palette an Printmaterialien, die wir dort als web-optimierte PDF-Dateien vorhalten. Zum anderen ist so der größte Teil unserer Bilddatenbank für die Mitarbeiter über das Portal verfügbar, damit sie eigene Präsentationen und Dokumente unabhängig mit attraktivem Bildmaterial gestalten können. Das Hauptportal wird von den Nutzern sehr gut angenommen.

Neben dem Hauptportal wurde schon ein zweites Portal für unser Distributoren-Netzwerk eingerichtet. Es dient vor allem zur Bereitstellung und schnelleren Verfügbarkeit der Marketing-Materialien, die so direkt an ein weltweites Distributoren-Netzwerk gelangen, statt langwierig über verschiedene Zwischenpositionen weitergereicht zu werden. Mit dieser neuen Möglichkeit zur Distribution bekommen wir auch einen guten Überblick über die Performance der einzelnen Assets in verschiedenen Ländern: Was wird gebraucht, was wird wo eingesetzt und in welcher Version wird es dort verwendet.

Brand Portal Canto bei MED-EL

Vollziehen Sie über das Reporting nach, was in den jeweiligen Ländern oder Bereichen heruntergeladen wurde?

Ja, die Reportings nutzen wir intensiv. Die Reports im Canto Backend bieten einen guten ersten Einblick, wir exportieren die Daten aus Canto allerdings zusätzlich und erstellen wöchentliche Reports die mit weiteren Daten aus anderen Quellen angereichert werden um noch detailliertere Erkenntnisse daraus zu ziehen. Diese Informationen sehr hilfreich für uns. Das Reporting in Canto ist wesentlich besser als in der Vorgänger-Software Cumulus. 

Sie hatten also auch bereits Cumulus im Einsatz?

Ja. Die Anwendung gab uns damals bereits genau die Funktionen, die wir brauchten. Problematisch wurde es aber bei der Pflege der Infrastruktur; das war eine eher lästige Aufgabe für unsere IT, weil für Updates immer Ressourcen in der IT Abteilung benötigt wurden. Je nach internen Prioritäten hat das oft zu langen Wartezeiten zwischen Release der Software bei Canto und dem Einsatz in unserem Unternehmen geführt.

Da Canto eine SaaS-Lösung ist, haben wir uns dieser Aufgabe nun gänzlich entledigen können, was schon eine deutliche Entlastung für alle Beteiligten ist. Darüber hinaus ist sicherstellt, dass wir zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf die neuesten Features der Software und Bugfixes haben.

Ingo Steinacker, MED-EL

Unsere Arbeit ohne DAM-System zu bewerkstelligen können wir uns eigentlich gar nicht mehr vorstellen!

Ingo SteinackerSenior Marketing Manager, MED-EL

Was sind für Sie die Vorteile eines DAM-Systems?

Für mich sind Digital Asset Management-Systeme ein Must-Have für Firmen ab einer gewissen Unternehmensgröße. Ich habe selbst miterlebt, wie mein Team teilweise den halben Tag nur E-Mails mit Bildanfragen bearbeitet hat. Diese wurden erst in Photoshop umgerechneten und dann per E-Mail zurückgeschickt, nur um dann die Rückmeldung zu erhalten, dass doch bitte das komplette Bild ausgetauscht werden soll, oder dass das Attachment zu groß war und nicht empfangen werden konnte!

Durch solch ineffiziente Abläufe vergeudet man einerseits Ressourcen erzeugt aber andererseits auch sehr viel Frustration bei allen Beteiligten. Es geht ein riesiges Potenzial verloren, denn die Assets sind zwar vorhanden, aber nicht jeder hat Zugriff. In den meisten Fällen ist die Möglichkeit zum Self-Service, also der eigenständigen Recherche die optimale Lösung.

Mein Team und ich können uns nun mehr darauf konzentrieren, die Mitarbeiter zu schulen und ihnen zu vermitteln, dass wir alle gemeinsam dafür verantwortlich sind, die Markenkonsistenz zu wahren, das Aussehen und die Erlebnisse mit unserer Marke einheitlich zu gestalten. Wir verwenden die gewonnene Zeit zum Beispiel für das Erstellen und Weiterentwickeln unserer von Brand Templates und Guidelines, die wir selbstverständlich über Canto zur Verfügung stellen.

Auch wenn Mitarbeiter vereinzelt immer noch sagen, sie könnten gewisse Assets nicht finden, ist es für uns wesentlich einfacher als zuvor, weil wir dann z.B. eine Kollektion zusammenstellen und verlinken können, anstatt die Assets erst über einen anderen Cloud-Speicher bereitzustellen. Unsere Arbeit ohne DAM-System zu bewerkstelligen können wir uns eigentlich gar nicht mehr vorstellen! 

MED-EL Hauptsitz

Verwenden Sie Integrationen, z.B. für Adobe InDesign?

Im Allgemeinen nutzen wir die Integrationen in Canto wie z.B. den Adobe Connector; es war einer der Gründe, weshalb wir uns auch damals schon für Cumulus als DAM entschieden hatten. Um wirklich effizient arbeiten zu können, ist es wichtig dass die Assets ohne Umweg oder zusätzliche Tools in den Programmen verfügbar sind, in denen sie bearbeitet werden.

Haben Sie eine Lieblingsfunktion in Canto?

Mir persönlich gefallen die Möglichkeiten, die sich mit den Portalen eröffnen. Mein absolutes Feature-Highlight ist aber, dass wir unsere Videos mit eingebrannten Untertiteln bereitstellen können. Wir haben sehr viele Tutorials und Erklärvideos, die zeigen, wie unsere Geräte funktionieren. Diese werden teilweise mit Voiceover produziert und als eigenes neues Asset bereitgestellt. Viel  häufiger erstellen wir Sprach- und Länderversionen allerdings mit Untertiteln. Das ermöglicht uns einerseits, Übersetzungen schneller zu bewerkstelligen. Andererseits muss man bedenken, dass ein Großteil der Zielgruppe, für die wir diese Videos erstellen, nicht oder nur sehr schlecht hören kann. Entsprechend sind Untertitel für uns bei jedem Video eine Mindestanforderung.

Video in Canto bei MED-EL

Dank der Soft-Subtitles in Canto lösen wir intern ein riesiges Problem, denn das manuelle Herausrechnen jeder Version eines Videos entfällt. Wir können die Videos in Canto für unsere Mitarbeiter mit mehreren Untertitelspuren ausstatten. Der Mitarbeiten kann dann entscheiden ob und in welcher Sprache die Untertitelspur beim Download des Videos direkt in das Video eingebrannt werden soll. 

Vielen Dank für das Interview.