XrML – ein Wegweiser für die Sprache digitaler Rechte

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XrML ist eine digitale Sprache, die Anweisungen gibt und Inhalte einschränkt. Diese leicht verständliche Einführung gibt Ihnen einen Überblick, wie das funktioniert.

Was ist XrML?

Die Abkürzung XrML steht für Extensible Rights Markup Language, d.h. es handelt sich um eine erweiterbare Sprache zur Darstellung von Berechtigungen. Mit ihr können digitale Inhalte ausgetauscht werden, ohne dass dabei die Kontrolle über die für sie geltenden Bestimmungen und Beschränkungen verloren geht. Ganz einfach ausgedrückt: XrML gewährleistet, dass jeder, der geschützte digitale Inhalte kauft, herunterlädt oder benutzt, diese innerhalb der vom Rechteinhaber festgelegten Richtlinien verwendet.

XrML liefert in Form von Ausdrücken detaillierte Systeminformationen hinsichtlich der Verfahrensweisen zu lizenzierten digitalen Inhalten. Diese Sprache definiert Regeln, Bestimmungen und Beschränkungen dafür, wie der Inhalt von anderen Benutzern verwendet werden darf. Außerdem gewährleistet sie, dass die Urheberrechte des Inhalts für den lizenzierten Vertreiber oder Inhaber unverändert erhalten bleiben. Nicht zuletzt trägt sie auch dazu bei, dass für das Digital Rights Management bestimmte Standards vorgegeben werden.

Eine Abbildung von kodierter Sprache.
XrML dient zur Definition von Einschränkungen und Richtlinien.

Warum ist XrML notwendig?

Einer der Hauptgründe, wieso diese Ausdrucksform entwickelt wurde, ist die Festschreibung und Auferlegung von Rechten, die sich auf digitale Güter beziehen. Dabei vermittelt die Sprache dem Benutzer und dem System Informationen zur lizenzierten Datei bzw. zum lizenzierten Programm. Diese Informationen geben den Benutzern letztlich Auskunft darüber, welche Vereinbarungen hinsichtlich der Beschränkungen und der Eigentumsrechte an den Inhalten getroffen wurden.

XrML definiert die Bedingungen, an die sich vertrauenswürdige Systeme bei der Verwendung der freigegebenen oder gekauften Inhalte halten müssen. Diese Bedingungen schließen Gebühren für Unternehmen mit ein, die Dateien zeitlich begrenzt für die gemeinsame Nutzung freigeben.

Ein Beispiel hierfür wäre ein Unternehmen, das gegen eine Gebühr den Zugang zu einem herunterladbaren Lehrfilm verkauft. Zahlt ein Anwender für einen Monat Zugangsberechtigung, könnte er jede Datei herunterladen und dann die Zahlung einstellen. Mit den festgelegten Bedingungen wird dies mittels integrierter Zertifizierungsprüfungen eingeschränkt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die vereinbarten Gebühren weiterhin mit der betreffenden Datei verknüpft bleiben.

Eine Abbildung von Sprache in digitaler Form.
XrML ist notwendig, da es Bedingungen definiert.

Die Hintergründe der Entwicklung

Die ursprüngliche Veröffentlichung von XrML stellte für Unternehmen eine Einschränkung dar. Anlass hierfür waren vertragliche Vereinbarungen und Bedingungen, durch die das Eigentumsrecht und die Lizenzen für XrML-erstellte Werke an ein externes Unternehmen übertragen wurden. Anfänglich war die Sprache mit Funktionen ausgestattet, die sicherstellen sollten, dass nur der lizenzierte Benutzer den Inhalt verwendet und kein unbefugter Konsument.

XrML wurde weiterentwickelt, sodass eine erfolgreiche Übertragung der Inhalte gewährleistet werden konnte. Die Lizenzinhaber erhielten damit die Möglichkeit, die Inhaltsrechte zu verwalten. Auch hat es sich von einer restriktiven Ausdrucksweise entfernt.

Infolgedessen wurden Aspekte wie beispielsweise Formulierungen zu Installationsrechten allmählich durch weniger spezifische Konzepte zur lizenzierten Nutzung von Inhalten ersetzt. So wurde sie schließlich zur wichtigsten Ausdrucksform von Rechten für den MPEG-21-Standard, der die Sprache zur Erarbeitung von Richtlinien für Multimedia verwendet.

Eine Abbildung sich bewegender digitaler Sprache.
XrML wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln und wachsen.

Zukunftsprognosen

Die Entwicklung von XrML wird wahrscheinlich Bestandteil der Neuentwicklungen von Unternehmen für digitale Inhalte werden. Der Grund dafür sind Multimedia-Unternehmen, die die Nutzung ihrer Inhalte durch digitale Transaktionen vorantreiben wollen. Hierfür, und um eine gerechte Nutzung sowie den Schutz der Inhalte zu gewährleisten, benötigen sie eine XrML-ähnliche Ausdrucksform. Nicht zuletzt könnte die Sprache für die weitere Nutzung und Entwicklung von Webdiensten eine wesentliche Rolle spielen.

XrML ist ein Bestandteil der Anpassung von Unternehmen an die Anforderungen digitaler Transaktionen. Ihre Verwendung sowie vergleichbare Sprachen dienen als Orientierungshilfe für Bestimmungen und erforderliche Beschränkungen für lizenzierte Inhalte. Ein solides Verständnis der neuen Sprache für digitale Transaktionen kann zum Erfolg Ihrer zukünftigen Aktivitäten beitragen.

Casey Schmidt – Content Manager and Industry Expert | Canto

Casey Schmidt ist Content Manager bei Canto und interessiert sich dafür, komplexe Themen zu erfassen und für unsere Leser leicht verständlich zu machen.