YouTube war früher ein Ort, an dem Individuen ihre kreativen Videos einem riesigen Publikum zugänglich machen konnten.

Mittlerweile hat es sich zu einer Plattform entwickelt, auf der Marken ihre eigenen Konzepte zum Ausdruck bringen und zeigen können, was sie zu bieten haben, um so potenzielle neue Kunden zu gewinnen.

Eine Infografik zur Anzahl der Benutzer auf YouTube.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihr YouTube-Markenprofil richtig anlegen. Dieser Artikel gibt Ihnen die notwendigen Tipps, um das erfolgreich umzusetzen. Fangen wir an.

Was ist ein YouTube-Markenprofil?

Ein YouTube-Markenkonto ist das Unternehmensprofil, über das Marken Inhalte auf YouTube einstellen können, die ihr Unternehmen repräsentieren und bewerben. Typischerweise wird ein YouTube-Markenprofil als Brücke für den einfachen Zugang zur Homepage einer Marke genutzt.

Menschen sind unglaublich visuell und ausdrucksstark, bewegte Bilder helfen uns, Bedeutung zu finden… [und] mittels Videos können wir die Welt um uns herum einfangen und in einen Kontext bringen.” – Dan Patterson

Es muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich ein Markenkonto von einem persönlichen YouTube-Konto unterscheidet. Auf einem YouTube-Markenprofil können Benutzer Ihrer Marke folgen und alle einschlägigen Links aufrufen. Damit haben Marken die Möglichkeit zu bestimmen, wie sie mit ihrer Zielgruppe interagieren, indem sie ihre jeweiligen Markenfarben und -themen präsentieren.

Eine Infografik zum Thema Marketing auf YouTube.

Sehen wir uns an, wie Sie Ihr eigenes YouTube-Markenprofil erstellen können.

So erstellen Sie ein YouTube-Markenkonto

Zuerst müssen Sie ein Google-Konto anlegen, sofern Sie noch keines haben (YouTube gehört zu Google). Gehen Sie dazu einfach auf Google, klicken Sie auf die blaue Schaltfläche ‘Anmelden’ und dann auf ‘Konto erstellen’.

Sobald Sie Ihr Google-Konto erstellt haben, können Sie auf YouTube Ihr Markenprofil einrichten. Zunächst müssen Sie sich direkt auf der YouTube-Seite bei Ihrem Google-Konto anmelden. Erstellen Sie Ihr neues Konto und achten Sie darauf, dass Sie für das Profilbild unbedingt ein markenspezifisches Logo verwenden. Benennen Sie das Konto entsprechend, so dass es Ihre Marke, den Kanal und die von Ihnen zu veröffentlichenden Inhalte beschreibt.

Die Anmeldeseite für Google.

Wenn dies geschehen ist, wollen Sie Ihr Profil gewiss aufpeppen. Die folgenden sieben Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Profil richtig zu gestalten.

7 dynamische Methoden, um Ihr YouTube-Markenprofil zu optimieren

Ein YouTube-Markenprofil zu erstellen, das Benutzer gerne aufrufen, ist einfach, wenn Sie die folgenden Punkte im Hinterkopf behalten.

1. Sorgen Sie dafür, dass sich alles ineinander fügt
2. Inhalte sind ein Anfang, nicht das Ziel
3. Werben Sie ohne Werbung
4. Legen Sie Ihr Augenmerk auf die richtige Zielgruppe
5. Nutzen Sie Hilfsmittel für mehr Schwung
6. Verstehen Sie, wie Ihre Konkurrenz auf der Plattform auftritt
7. Halten Sie sich an die Routine

1. Sorgen Sie dafür, dass sich alles ineinander fügt

Der Schlüssel für ein erfolgreiches YouTube-Markenprofil ist eine Seite, die den Kriterien der Markenkonsistenz entspricht. Dazu müssen Sie eine Seite so aufbauen, dass sie in allen Aspekten so dargestellt wird wie in allen anderen Markenmaterialien. Das Ziel ist die Schaffung eines Markenprofils, das im Einklang mit den übrigen Marken-Assets steht, insbesondere mit Ihrer Homepage.

Dies gilt auch für die Videoinhalte des Profils. Stellen Sie sicher, dass alle Themen, Stile und Inhalte konsistent sind. Das Profil selbst sollte die gleichen Farben, Logos und Stile wie die Webseite der Marke aufweisen.

Eine Person schaut sich eine Webseite auf einem Tablet an.

Ihr Hauptanliegen ist hierbei die Kohäsion, die den Kunden einen nahtlosen Übergang vom Markenprofil zu Ihrer Webseite und umgekehrt ermöglicht.

Nicht zuletzt wird dadurch sichergestellt, dass kein Benutzer im Unklaren darüber ist, ob er sich auf der offiziellen YouTube-Seite Ihrer Marke befindet oder nicht.

2. Inhalte sind ein Anfang, nicht das Ziel

Wir kennen YouTube nun schon so lange, dass wir aus den Augen verlieren, wie wir die Plattform für ein erfolgreiches Markenprofil einsetzen müssen. Es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass ein großer Teil Ihres Erfolgs von der Qualität Ihrer Videoinhalte abhängt. Bedenken Sie jedoch, dass dies nur ein Teil der potenziellen Leistungsfähigkeit eines Markenprofils ist.

Sie brauchen eine Profilseite, die als zentrale Drehscheibe für Ihre Marke fungiert. Die Benutzer sollen damit interagieren, als ob es die Homepage Ihrer Marke wäre. Dies lässt sich u.a. dadurch erreichen, dass Sie alle verschiedenen YouTube-Kanäle, die Teil Ihres Netzwerks sind, in die Leiste Ihrer ‘Featured Channels’ einfügen. Dadurch können die Benutzer direkt von Ihrer Seite aus auf ein anderes Profil Ihrer Marke gelangen.

Eine Website mit einem YouTube-Markenprofil.

Vergessen Sie außerdem nicht, dass die Nutzer die Webseite Ihrer Marke über die YouTube-Profilseite finden können müssen. Fügen Sie dazu einen Webseiten-Link auf der Seite hinzu, um es ihnen ermöglichen.

3. Werben Sie ohne Werbung

Wenn die Verbraucher letztlich entscheiden, ob sie kaufen oder nicht, dann ist der Inhalt Ihrer Werbung ausschlaggebend, nicht ihre Präsentation.” – David Ogilvy

Es ist völlig in Ordnung, ein Video zu drehen, das im Wesentlichen für Ihre Produkte, Dienstleistungen und Marke Werbung macht, solange Sie es nur richtig machen. Auch wenn einige Leute glauben, dass solche Inhalte ihre Besucher abschrecken würden, sollte das kein Problem darstellen, solange ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dieser Art von Videos und anderen Videoinhalten auf dem Kanal besteht.

Ein Video wird mit einer Kamera aufgenommen.

Ein weiterer zu klärender Aspekt hierbei ist, dass Sie ganz sicher keine zusätzliche Werbung während Ihrer YouTube-Videos abspielen lassen möchten. Sie dürfen Anzeigen deaktivieren, und das sollten Sie auch! Immerhin wollen Sie keine YouTube-Stars werden und sich damit ein zweites Standbein schaffen. Außerdem würde fremde Werbung unsere Zuschauer ohnehin nur stören.

Es besteht auch die Gefahr, dass sich unsere Dienstleistungen und Produkte mit den Werbeanzeigen überschneiden und dem Zuschauer so widersprüchliche Botschaften vermittelt werden. Würden Sie zum Beispiel Pullover verkaufen, wäre eine Werbung eines konkurrierenden Pulloverherstellers zu Beginn Ihres Videos eher schlecht.

Um das Abspielen von Anzeigen in Ihren Videos zu deaktivieren, wechseln Sie zum Abschnitt ‘Erweitert’ in Ihrem YouTube Studio und deaktivieren Sie das Kontrollkästchen ‘Werbeanzeigen zulassen’.

4. Legen Sie Ihr Augenmerk auf die richtige Zielgruppe

Unser YouTube-Kanal soll nicht dazu dienen, Ihre Kompetenzen im Bereich Video zu demonstrieren. Verlieren Sie also nicht die Triebfeder Ihrer Bemühungen aus den Augen: potenzielle Kunden zu gewinnen. Vom ersten Tag an müssen wir unseren Kanal so gestalten, dass er die richtigen Leute anspricht. Wie gehen wir dabei vor?

Zunächst müssen wir die YouTube-Umgebung verstehen. Ist unsere Zielgruppe noch nicht einmal auf YouTube unterwegs (oder nutzt es nur in sehr geringem Umfang), dann müssen wir uns anpassen. Wie finden wir das heraus? Dazu gibt es eine Vielzahl von Analysen und Daten, die uns dabei unterstützen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie Ihre demografischen Recherchen immer wieder auffrischen müssen, da sich diese Statistiken ändern werden. Am besten analysieren Sie die Aspekte, die Einfluss auf Ihre Videoproduktion haben werden. So ist beispielsweise der Großteil des Besucherverkehrs auf YouTube global und nicht auf ein einzelnes Land konzentriert (die USA machen nur etwa 15 % des gesamten Datenverkehrs aus).

Eine Infografik zum Datenverkehr auf YouTube.

Als nächstes müssen wir uns auf die Demografie und die Analyse Ihres konkreten Kanals konzentrieren. Zum Glück geschieht das innerhalb des YouTube-Systems, so dass Benutzer einen genauen Bericht erhalten. Verwenden Sie hierzu einfach den Abschnitt ‘Analysen’, den Sie auf der Registerkarte ‘Analysen’ links im Menü Ihres Channels finden. Dort erfahren Sie alle Einzelheiten über die Leistung Ihrer konkreten Videos und über Ihre Zuschauer.

5. Nutzen Sie Hilfsmittel für mehr Schwung

Für die meisten Menschen ist die Aufgabe, ein erfolgreiches YouTube-Markenprofil zu erstellen, mitunter eine große Herausforderung. Mit den richtigen Hilfsmitteln fügt sich alles genau zusammen. Hier sind einige Empfehlungen:

Snappa

Die Webseite von Snappa.

Ich kümmere mich gern als Erstes um die Gestaltung meiner Kanäle. Snappa erleichtert mir diese Arbeit und ermöglicht eine schnelle Einrichtung Ihres Profils. Es gibt umfangreiche Vorlagen und zusätzliche Optionen, die sich für Nutzer jeder Erfahrungsstufe eignen.

Social Blade

Die Webseite von Social Blade.

Möglicherweise genügen Ihnen die bereitgestellten Daten des Analysewerkzeugs in YouTube nicht. Mit Social Blade wird gewährleistet, dass jede Nutzer die richtigen Informationen über die Leistung seines Kanals erhält. Die Verwendung ist kostenlos, doch gibt es auch eine Premiumvariante mit erweiterten Optionen.

Tubics

Die Webseite von Tubics.

Tubics betrachtet Ihr YouTube-Markenprofil aus dem Blickwinkel der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und ermöglicht es den Anwendern, den Besucherverkehr auf ihrem Kanal zu steigern. Geben Sie einfach einen Link zu Ihrem Kanal ein, und Sie erhalten wertvolle Einblicke, mit denen Sie mehr Zuschauer gewinnen können.

6. Verstehen Sie, wie Ihre Konkurrenz auf der Plattform auftritt

Man kann definitiv etwas von Markenprofilen lernen, mit denen man nicht direkt konkurriert. Sie liefern oft wertvolle Einblicke und Sie können sich einige Tipps und Tricks abschauen.

Wollen Sie jedoch wirklich herausragend sein, so setzt dies ein umfassendes Verständnis des Ansatzes Ihrer Konkurrenten hinsichtlich der Nutzung von YouTube voraus. Vermutlich wissen Sie bereits im Vorfeld, wer Ihre direkten Wettbewerber sind. Finden Sie heraus, ob sie ebenfalls YouTube nutzen.

Eine Haftnotiz mit der Aufschrift 'Wettbewerbsanalyse'.

Im nächsten Schritt müssen Sie feststellen, wie erfolgreich sie ihr Profil handhaben. Mithilfe der oben genannten Werkzeuge können Sie herausfinden, wie gut sie ihren Kanal pflegen. Je gründlicher Sie sie recherchieren, desto besser können Sie sie übertrumpfen.

7. Halten Sie sich an die Routine

Sie sind nicht verpflichtet, bei der Veröffentlichung von Inhalten auf Ihrem YouTube-Markenprofil strikte Termine einzuhalten, doch empfiehlt es sich, zumindest eine grobe zeitliche Planung vorzunehmen.

Ihre Zuschauer, Abonnenten und Fans werden erwarten, dass Sie hin und wieder ein Video hochladen. Aber muss das unbedingt jeden Montag um 12 Uhr geschehen? Nein, natürlich nicht. Allerdings kann man einen Upload pro im Jahr oder Videos nach Lust und Laune nicht wirklich eine durchdachte Strategie nennen.

Eine Person erstellt in einem Kalender einen Zeitplan.

Machen Sie es sich nicht schwerer, als es sein muss. Erstellen Sie einfach einen vernünftigen Zeitplan, wann Sie Videos hochladen möchten, und halten Sie sich daran. Damit wird Ihr Kanal wesentlich besser laufen.

Abschließende Überlegungen

Mir haben die genannten Tipps sehr gut geholfen, aber vielleicht möchten Sie noch einige weitere Optionen ausprobieren. Jeder Nutzer wird unterschiedliche Ergänzungen zu seinem YouTube-Markenprofil vornehmen, die am besten zu ihm passen.

Wenn Sie sich auf kreative Weise Gedanken darüber machen, wie ein YouTube-Markenprofil Ihnen neue Kunden bringen könnte, fällt es Ihnen sicher leicht, ansprechend attraktive Inhalte zu erstellen.

Und indem Sie Ihre YouTube-Kanäle nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch als Möglichkeit zum Branding betrachten, können Sie Ihr YouTube-Markenkonto noch effizienter nutzen.

Wenn Sie mehr über die Grundlagen des Branding erfahren möchten, die Sie auf YouTube und an anderer Stelle in Ihrem Unternehmen anwenden können, lesen Sie doch einmal unseren umfassenden Leitfaden zur Markenbildung.

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Cory Schmidt – Head of Marketing | Canto

Cory ist Head of Marketing bei Canto. Mit seiner langjährigen Erfahrung hilft er Marketingexperten, Themen wie Markenmanagement, Bedarfsgenerierung und Digital Asset Management besser zu verstehen.

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