Den Sherlock Holmes, Miss Marples oder Columbos von einst steht der heutige Durchschnittsbürger mit Internetzugang in nichts nach.

Doch anstatt vor Ort nach Hinweisen zu suchen und mit über Jahre erworbener Intuition Schlussfolgerungen zu ziehen, bekommen wir unsere Antworten heute sofort und übersichtlich direkt auf unseren Bildschirm geliefert.

Diese allgegenwärtige Möglichkeit hat schon vielen Marken einen Dämpfer verpasst, die Opfer von Enthüllungen wurden, weil sie glaubten, man würde die entsprechenden Informationen nicht finden.

Dabei hätten sie nur eine einfache Sache verstehen müssen, um das zu vermeiden – Markentransparenz.

Transparenz ist die Lösung, doch fehlt vielen Marken noch die richtige Strategie, um zu dieser Antwort zu gelangen.

Was ist Markentransparenz?

Markentransparenz ist die Art und Weise, wie sich eine Marke als authentisch und offen präsentiert, insbesondere hinsichtlich öffentlicher Kontakte. Sie ist eines der mächtigsten Instrumente, um das Vertrauen und die Loyalität eines Zielmarktes zu gewinnen. Markentransparenz bezeichnet meist den aktiven Versuch einer Marke, aufrichtig zu sein.

Beachten Sie aber, dass Markentransparenz nicht einfach nur das genaue Gegenteil von Unaufrichtigkeit einer Marke ist. Das Konzept ist sehr viel komplexer als das.

Echte Transparenz können Sie unter anderem auch so beweisen:

  • Kommunizieren Sie mit Kunden
  • Seien Sie erreichbar
  • Seien Sie ehrlich
  • Kein Wegducken vor Fehlern
  • Vermeiden Sie Halbwahrheiten und hinterlistiges Vorgehen

Sie sehen, die Faktoren, die eine transparente Markentransparenz ausmachen, sind ziemlich breit gefächert. Dabei geht es darum, Klarheit hinsichtlich bestimmter Werte und Ideale zu schaffen. Dazu gehört auch, dass Sie nach Möglichkeit den Schleier von Produkten und Dienstleistungen lüften.

Sie können auch eine Menge anderer Punkte transparent behandeln:

  • Preisgestaltung
  • Produkte/Materialien/Zutaten
  • Fehler in der Vergangenheit
  • Werte/Ideale

Gewiss wird sich die Markentransparenz für verschiedene Marken unterschiedlich darstellen, doch sollten die Grundprinzipien weiterhin dieselben sein – seien Sie offen und für die Zielgruppen erreichbar.

In diesem Artikel will ich Ihren Ansatz zur Transparenz mit bewährten, weiterführenden Strategien in die geeigneten Formen bringen. Fangen wir also an.

Wieso Transparenz gerade heute notwendig ist

Zu Beginn will ich eines vorausschicken: Unter den heutigen Gegebenheiten ist jede Marke transparent, ob sie das nun will oder nicht.

Trotzdem versuchen einige Marken immer noch, Dinge zu verheimlichen oder zu vertuschen, während andere Marken bestrebt sind, sich noch deutlicher zu zeigen.

Ein Kind versteckt sich hinter einem Mast.Wenn ich also in diesem Artikel das Wort ‘Transparenz’ verwende, dann meine ich damit das Bestreben, ehrlich oder authentisch zu sein.

Wahrscheinlich fragen Sie sich, ob der einzige Grund für mehr Aufrichtigkeit der ist, dass man heutzutage negative Schlagzeilen nicht mehr so leicht vertuschen kann. Die Antwort ist nein. Eine aufrichtige Marke ist ehrlich, weil:

1. man damit ohnehin klug handelt und das Richtige tut
2. man angesichts der Fülle der verfügbaren Informationen heutzutage kaum eine andere Wahl hat
3. es der Zielmarkt von einem erwartet – und diese Erwartungshaltung wird von Jahr zu Jahr stärker

Wenn Sie die aktuelle Markenlandschaft näher analysieren, wird deutlich, dass offenes und ehrliches Handeln eine Notwendigkeit ist. Das möchte ich mit einem Beispiel veranschaulichen.

Ein Fallbeispiel für Markentransparenz

Stellen Sie sich vor, es sind die 1980er Jahre, und drei große Fast Food-Ketten bedienen den globalen Markt.

Es läuft für sie alle gut, bis sich in den 90er Jahren die Verbrauchertrends ändern. Ab diesem Zeitpunkt wollten die Kunden ausführliche Nährwertangaben zu ihrem Fast Food haben.

Zwei der drei Marken hatten ein Einsehen und befanden, dass es eine gute Idee war, den Forderungen der Kunden nachzukommen. Folglich wählten die Kunden zunehmend diese beiden Marken und kauften nicht länger bei der dritten Marke ein.

Obwohl sich bei ihr nichts geändert hatte, wirkte die dritte Marke nun irgendwie schlecht, weil sie einfach die Bedeutung der Markentransparenz nicht erkannt hatte.

Das soll nun nicht heißen, dass Sie alles nachmachen müssen, was Ihre Konkurrenz tut. In puncto Aufrichtigkeit müssen Sie jedoch unbedingt mit der Konkurrenz Schritt halten (und sie hoffentlich sogar übertreffen).

Bevor wir nun näher auf die Vorteile eingehen (und davon gibt es reichlich), schauen wir uns zuerst die negativen Auswirkungen unaufrichtigen Handelns an (von denen es noch viel mehr gibt).

Fehlende Markentransparenz und ihre Folgen

Wählen Sie den langen Weg. Leisten Sie harte Arbeit, konsequent, mit Großzügigkeit und Transparenz. Dann verschwenden Sie keine Zeit damit, es noch einmal tun zu müssen.” – Seth Godin

Ebenso wie das Lügen ein Problem darstellt, kann man auch ein Problem bekommen, wenn man zu verschlossen ist. Sie brauchen nicht einmal unaufrichtig zu sein, um als scharfsinnig empfunden zu werden. Tatsächlich genügt es, wenn Sie sich nicht offen genug gegenüber Ihren Zielgruppen zeigen.

Unter diesem Gesichtspunkt dürfen Sie folgende potenziellen negativen Konsequenzen nicht ignorieren.

Kontrollverlust

Wenn wir aufrichtig sind und unsere Wertmaßstäbe und Erfahrungen für alle sichtbar zur Schau stellen, haben wir die Kontrolle über das Narrativ und können es bestimmen. Ohne solche Schritte verliert man oft die Kontrolle.

Eine Person verliert die Kontrolle über seinen Flugdrachen.Wenn wir uns nicht mit Aufrichtigkeit präsentieren und wichtige Informationen nicht offenlegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Kunden danach in anderen Quellen suchen werden. Dies kann sich auf unsere Produkte, Dienstleistungen oder sogar auf bestimmte Ereignisse beziehen.

Indem wir uns öffnen, können wir Dinge richtig stellen oder hilfreiche Fakten und Einzelheiten veröffentlichen. Tun wir das nicht, führt das seitens der Kunden zu Spekulationen oder möglicherweise fehlerhaften Informationen.

Letztlich spielt es keine Rolle, was die wirklichen Fakten sind, wenn unsere Kunden sie nie erfahren.

Verlust von Kunden

Wie bereits im vorangegangenen Beispiel mit den Fast Food-Ketten erwähnt, führt ein Mangel an Offenheit typischerweise zu einem Kundenverlust.

Es ist einleuchtend, dass Ihre Zielgruppe dieselbe Offenheit und Ehrlichkeit erwartet, wenn die meisten Ihrer unmittelbaren Konkurrenten plötzlich offen und ehrlich sind. Liefern Sie ihnen diese nicht, dann werden sie abwandern.

Das kann die Folge vieler verschiedener Faktoren sein, doch der gemeinsame Nenner ist die mangelnde Transparenz. Sind Ihre Konkurrenten in den sozialen Medien präsent? Dann sollten Sie das auch sein. Reagieren sie auf negative Fragen oder Kommentare? Dann tun Sie dasselbe. Es wird den Kunden nicht entgehen.

Ein geschätzter Kunde, der sich ausgeschlossen fühlt, ist so ziemlich das Letzte, was Sie wollen. Denken Sie daran, wenn Sie mehr über die wichtigen Strategien lernen, mit denen Sie jederzeit offen und ehrlich bleiben können.

Bloßgestellt zu werden ist schlimmer als eine Selbstenthüllung

Falls es noch nicht offensichtlich genug war: Mit einem Computer und einem Internetanschluss lässt sich so gut wie alles finden.

Bedenkt man die Unmengen an Daten, die zusammengetragen und gespeichert werden, und wie schnell man sie durchsuchen kann, dann kommt der heutige Normalbürger schon fast einem Superdetektiv gleich.

Jeder Versuch, bestimmte Einzelheiten vor der Öffentlichkeit zu verstecken, ist heutzutage fast schon ein Witz.

Ein Stück Papier, von dem sich eine Schicht ablöst.Um welche Enthüllung auch immer Sie sich sorgen, sie wird höchstwahrscheinlich ohnehin und mit allen möglichen Konsequenzen geschehen.

Solange Sie sich an Ideale und Werte halten, wird das Resultat akzeptabel sein. Auch wenn einige Kunden nicht einverstanden sind, andere werden es sein. Sie können also ebenso gut offen sein und dafür die Kunden nicht verprellen, die Ihnen ohnehin treu geblieben wären.

Die Schattenseiten zu betrachten ist nicht leicht, aber ein notwendiges Übel, insbesondere bei diesem Thema. Gut, dass Sie jetzt wissen, welche Hindernisse Sie vermeiden müssen. Und es kommt noch besser: Wir stürzen uns auf die Vorteile.

Vorteile der Markentransparenz

Die Früchte Ihrer Ehrlichkeit und Authentizität sind die Mühe wert, die Sie dafür investieren müssen. Betrachten wir einige, die einfach unübersehbar sind.

Gesteigerte Kundentreue

Ungefähr 65 % aller Kunden bleiben einer Marke treu, die sie für authentisch halten. Diese beeindruckende Zahl ist umso erstaunlicher, bedenkt man, dass die Kunden auch aus anderen Gründen zu Ihnen halten werden. Das ergibt einen noch viel höheren Anteil.

Hinzu kommt, dass 75 % dieser Kunden mehr Geld für Produkte und Dienstleistungen einer transparenten Marke bezahlen werden, was diesen Nutzen eindeutig unterstreicht.

Ein Diagramm zur Aufschlüsselung der Markentransparenz.Marken wollen Kundenloyalität, daher müssen ihre Bemühungen auch eine solide Strategie umfassen, wie sie ehrlich und authentisch sein und bleiben können.

Wenn die Kunden das Gefühl haben, dass sie es mit einer aufrichtigen, authentischen Marke zu tun haben, wollen sie dieses Gefühl noch einmal erleben. Jedes neue Markenerlebnis mit einer aufrichtigen Marke festigt diese Verbundenheit und stärkt die Markenloyalität der Kunden.

Interne Inspiration und Tatkraft

Wenn Sie sich der Verbesserung Ihrer Aufrichtigkeit verschreiben, hat das weitreichendere Auswirkungen, als nur Ihre Kunden glücklich zu machen.

Eine aufrichtige Marke schafft auch begeisterte Mitarbeiter. Überlegen Sie auch, wie sich Einstellungsprozesse positiv beeinflussen lassen. Es liegt auf der Hand, dass Ihre Ehrlichkeit die besten Kandidaten anlocken wird, wodurch Sie aus den Besten der Besten auswählen können.

Diese Art von Inspiration beflügelt die Kreativität und das positive Denken der internen Mitarbeiter, was sich wiederum auf potenzielle Kunden auswirkt.

Fördert die Markenfürsprache

Ein Markenfürsprecher hat exponentiellen Wert, insbesondere in der heutigen, gut vernetzten Welt digitaler Angebote. Noch dazu setzt sich ein Fürsprecher unentgeltlich für Ihre Belange ein, weswegen seine Meinung sehr respektiert wird.

Welchen Unterschied ein starker Fürsprecher ausmacht, erkennt man schon nach kurzer Zeit. Schätzungsweise 40 % aller Käufe lassen sich auf irgendeine Art von Empfehlung zurückführen.

Authentizität ist der Anreiz, mit dem aus Kunden Markenfürsprecher werden. Sie sorgt für Verkaufsimpulse, höhere Umsätze und die Chance, mehr Kunden zu gewinnen.

Nicht zuletzt sorgen Fürsprecher dafür, dass sich Ihre Ehrlichkeit durch Mundpropaganda verbreitet, was im Grunde genommen Werbung für Ihre Authentizität ist.

Die Vorteile eines offenen und ehrlichen Auftretens sind immens, weshalb Sie sicherlich alles in Ihrer Macht Stehende tun wollen, um sie sich zu verdienen. Ohne eine eindeutige Strategie können Sie auf dem Weg dorthin viele Fehler machen.

Zum Glück habe ich für Sie einige dynamische Methoden entwickelt, die Sie sofort in Ihr Programm aufnehmen können.

Ein Strategiepaket, das Ihnen zum Erfolg verhilft

Wir können die Grundlagen nicht ignorieren, und auch ich werde mich hier nicht von ihnen abwenden. Dennoch dürfte klar sein, dass unsere Branding-Strategien gerade in der heutigen Wettbewerbslandschaft eine Kombination aus grundlegenden, kreativen und konträren Ansätzen brauchen, damit wir uns von der Konkurrenz abheben können.

Und genau das möchte ich Ihnen hier vorstellen: die unorthodoxen aber notwendigen Strategien, mit denen Sie anderen Marken einen Schritt voraus sein können. Und möglicherweise bringen sie Sie dazu, die Markentransparenz mit anderen Augen zu sehen.

Tun Sie nie so, als wären Sie perfekt, nicht einmal ansatzweise

Perfektion gibt es nicht – es gibt immer Möglichkeiten, besser zu werden, und man kann immer wachsen.” – Les Brown

Ihre Marke ist nicht perfekt. Die gute Nachricht ist: Keine Marke ist es. Besser noch, es ist bereits allgemein bekannt. Wenn Sie versuchen, perfekt zu sein oder Perfektion vorzutäuschen, bringt das jede Menge Nachteile mit sich.

Eine Neonschrift, die das Wort 'perfekt' darstellt.Wir vermeiden diese Nachteile, indem wir etwas tun, was viele Marken die meiste Zeit nicht einmal in Betracht ziehen: wir lassen unsere Deckung fallen.

Unserer Zielgruppe gegenüber unsere Verletzlichkeit zu offenbaren, ist eine ungewöhnliche Herangehensweise an das Branding bei allen möglichen Arten von Problemen, Gesprächen und Aufgaben.

Wenn Sie sich Ihre Fehler zu eigen machen, entstehen Kommunikationskanäle mit den Kunden, wodurch sie im Gegenzug ihre Deckung uns gegenüber senken können. Hinter der Idee der Unvollkommenheit steckt eine gewisse Menschlichkeit.

Nicht nur das: Sie schafft auch weitere Möglichkeiten für die Zukunft, sich mit den Zielmärkten zu verbinden, da diese dann naturgemäß vertrauensvoller sind.

Das soll nicht heißen, dass Sie jeden Tag Stunden mit dem Eingeständnis jedes einzelnen Fehlers verbringen oder Ihre Marke abwerten sollen. Doch müssen Sie sich unbedingt ab und zu selbst ein paar Seitenhiebe verpassen.

Markenpersönlichkeit – Finden Sie das richtige Verhaltensgleichgewicht

Im Film ‘2001: Odyssee im Weltraum’ wird der bekannte Computer ‘HAL’ zum Widersacher des Films, als festgestellt wird, dass er mit schlechten Absichten handelt.

In einem Schlüsselmoment des Films realisieren die Piloten des Raumschiffs, auf dem sich auch HAL befindet, dass sie der Maschine nicht trauen dürfen. Sie unterhalten sich an einem Ort, wo der Computer HAL sie nicht hören kann – jedoch kann der ihr Gespräch durch Lippenlesen nachverfolgen.

Der Computer HAL 9000 aus dem Film '2001: Odyssee im Weltraum'.Wie die Piloten in ‘2001’ (und wahrscheinlich beinahe jeder, der den Film jemals gesehen hat) zeigen, gibt es einfach etwas an nicht-menschlichen Wesen, dem wir unmöglich vertrauen können. Das bedeutet nicht, dass wir anderen Menschen immer und überall vertrauen, doch versuchen wir es zumindest. Besondere Eigenschaften fördern dieses Vertrauen.

Eine Marke ist eben kein Mensch. Allerdings kann die richtige Markenpersönlichkeit bei einer Zielgruppe Vertrauen schaffen. Technisch gesehen gibt es keinen falschen Ansatz, um eine Markenpersönlichkeit zu entwickeln. Allerdings sollte sie so gut wie möglich auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten sein.

Stellen Sie sich für einen Moment lang vor, dass Ihre Kunden an einer Umfrage zu Ihrer Marke teilnehmen. Wie würden sie wohl antworten, wenn man sie nach dem Sinn für Humor Ihrer Marke fragen würde? Wie ernsthaft Sie sind? Wie entspannt? Wie freundlich? Ob Sie es glauben oder nicht, wahrscheinlich ergäben sich dabei ziemlich ausführliche Antworten.

Denken Sie an die Art der Antworten, die Ihre Marke erhalten würde, und entwickeln Sie dann eine Persönlichkeit, die genau den Antworten Ihrer Kunden entspricht.

Wenn Sie ihr Vertrauen gewinnen wollen, müssen Sie wesentlich mehr sein als ein Computer in einem Raumschiff.

Verbessern Sie Ihr Feedback

Zunächst einmal – und das ist das Wichtigste – können Sie keinerlei Anregungen entgegennehmen oder Neuerungen einführen, wenn Sie über keine seriöse Struktur verfügen, über die Sie von Anfang an ausführliche Rückmeldungen erhalten.

Das muss unser Ausgangspunkt sein, wenn wir uns dem Thema Feedback widmen wollen. Unsere Zielgruppe muss zahlreiche Möglichkeiten haben, um uns ihr Feedback zukommen zu lassen. Das wird sich von Marke zu Marke unterschiedlich gestalten, also überlegen Sie sich Methoden, die für Sie persönlich am praktischsten zu realisieren sind.

Ein Zettel mit der Aufschrift 'Was denken Sie?'.Zeigen Sie in einem nächsten Schritt, dass Sie offen für Feedback sind. Ihre Kunden werden negative Gedanken, Erfahrungen oder Erlebnisse in Bezug auf Ihre Marke nur ungern preisgeben, wenn sie feststellen, dass das Feedback öffentlich angeprangert wird, ganz gleich, wie berechtigt es Ihrer Meinung nach war.

Damit will ich nicht sagen, dass Sie auf negatives Feedback nicht reagieren sollten. Aber reagieren Sie professionell darauf, und zeigen Sie, dass Sie sämtliche vom Kunden wahrgenommenen Probleme zur Kenntnis genommen haben.

Schließlich kann ein System für Rückmeldungen nur dann zu Ihrer Markentransparenz beitragen, wenn auch klar ist, dass Sie die Vorschläge aufgreifen, wenn Sie sie erhalten. Für einen Rezensenten ist es ziemlich offensichtlich, ob Sie sein Feedback wirklich wertschätzen und annehmen oder nicht.

Auch wenn er weiß, dass sich nichts ändern wird, so will er doch zumindest sehen, dass auf der anderen Seite sorgfältig über seine Vorschläge nachgedacht wurde. Mit einer automatischen Antwort vom Fließband nach Vorlage können Sie das nicht erreichen. Wenn es darum geht, wie Sie Feedback wertschätzen, müssen Sie mehr tun als andere Marken. Ihre Zielgruppe wird es positiv wahrnehmen und begrüßen.

Verbessern Sie Ihre Kommunikation insgesamt

Immer wieder hört man, dass Menschen transparente und authentische Marken wollen – aber was bedeutet das eigentlich? Ist damit Aufrichtigkeit gemeint? Transparenz hinsichtlich der Produkte und Dienstleistungen?

Allzu oft geht in dieser vagen Worthülse unter, was für ein umfangreicher Kommunikationsaufwand nötig ist, um als Marke authentisch und aufrichtig zu sein.

Zwar wird von Marken erwartet, dass sie mit Kunden kommunizieren, doch auch diese Erwartung ist eher vage. Wenn Sie in Ihrer Kommunikation wirklich authentisch sein wollen, halten Sie sich an die folgenden Kriterien: wo, wie oft und wie gut.

Wo?

Untersuchen wir zunächst den ‘Wo’-Teil der kommunikativen Formel. Haben die Kunden das Gefühl, dass sie Ihre Marke an verschiedenen Orten und über verschiedene Kanäle erreichen können? Im Vergleich zu Ihrer Konkurrenz wären Sie für sie leichter erreichbar?

Überprüfen Sie die Erreichbarkeit und Vernetzung Ihrer Marke neu und versuchen Sie, sie so zu strukturieren, dass die Kommunikation ausgeweitet wird.

Wie oft?

Als nächstes geht es um das ‘Wie oft’, d.h. sowohl um den Gesprächsumfang als auch um die Anzahl der Gespräche. Das muss nicht unbedingt eine direkte Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht sein. Zur Steigerung des Gesprächsumfangs gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Beachten Sie, wie die Nutzer in sozialen Medien auf Transparenz reagiert haben (Quelle: sproutsocial).

Ein Diagramm zu den Reaktionen der Kunden.Dazu zählen auch E-Mails, Newsletter und unregelmäßige Fortschrittsberichte in sozialen Medien. Sie sollten es nicht übertreiben, achten Sie aber trotzdem darauf, dass Sie in der Kommunikation ausreichend auf die Wünsche Ihrer Zielgruppen eingehen.

Wie gut?

Zu guter Letzt ist der Aspekt ‘Wie gut’ ein Maß für die Qualität der Kommunikation Ihrer Marke mit den Kunden.

Auch hier muss das kein individuelles Einzelgespräch sein, um dazu gerechnet zu werden. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass eine Marke eine Vielzahl von Möglichkeiten hat, um mit Kunden sinnvoll zu kommunizieren – also mehr als nur einfache Begrüßungen und vorgefertigte Botschaften zu senden.

Richtig angegangen, kann sogar nicht-menschlicher Kontakt für die Kunden zufriedenstellend sein.

Ein letzter zu beachtender Punkt: Zu einer guten Kommunikation gehört das Verständnis der Dynamik zwischen den einzelnen Medien. So erfordert ein Austausch zwischen Marke und Kunde auf der Firmenwebseite mit Sicherheit eine andere Tonalität als eine Unterhaltung via Social Media.

Diese Strategien bieten Ihnen mehr als genug Ressourcen, um anzufangen. Da Sie sie nun kennen, müssen wir uns aber auch ein paar Beispiele anderer Unternehmen ansehen, die den Aspekt der Markentransparenz richtig umgesetzt haben.

Beispiele für Marken, die es richtig umsetzen

Die nachstehend aufgeführten Marken verstehen sehr gut, was im Einzelnen nötig ist, um ihre Markenauthentizität und Ehrlichkeit voranzutreiben. Verwenden Sie diese Beispiele, um Ihren eigenen Ansatz zu entwickeln.

Buffer

Erster auf der Liste ist Buffer. Diese Marke hat in den verschiedensten Kreisen für Aufsehen gesorgt, da sie weit über die typischen Anforderungen an die Markentransparenz hinausgeht.

Die Webseite von Buffer.Ein kurzer Besuch auf ihrer Webseite bestätigt das. Im Abschnitt ‘Über uns’ steht Transparenz an erster Stelle bei ihren Werten.

Was die Marke jedoch wirklich auszeichnet, ist ihr Geschäftsmodell: Alle Projekte sind Open Source und für jedermann einsehbar. Was besonders bemerkenswert ist, insbesondere für die breite Öffentlichkeit, ist die Tatsache, dass sämtliche Gehälter offen einsehbar sind. Damit haben sie das Konzept der Markentransparenz auf ein neues Niveau gehoben.

McDonald’s

In Sachen Transparenz kommt man auch oft auf McDonald’s zu sprechen. Ihr immenser Erfolg brachte auch eine oft ungezügelte kritische Hinterfragung mit sich.

Eine Filiale von McDonald's.Um diese Situation zu verbessern und sich als redliche Marke zu präsentieren, lancierte McDonald’s zahlreiche unterschiedliche Initiativen, bei denen alles an die Öffentlichkeit gebracht werden sollte.

In der wohl bemerkenswertesten Kampagne konnten die Leute alle möglichen Fragen über die im Restaurant verkauften Produkte stellen. Zahlreiche Besucher drängten sich auf die Webseite, um es zu versuchen, und erhielten auf ihre einzigartigen Fragen alle möglichen legitimen Antworten.

Diese Kampagne wurde von vielen als der Inbegriff von Transparenz angesehen, zumindest in der Fast Food-Branche.

PayPal

Die überwältigende Verbreitung von PayPal machte sie zu einem Ziel für alle Arten von Betrugsversuchen. Zum Glück nutzte PayPal seine verschiedenen kommunikativen Möglichkeiten dazu, der Öffentlichkeit mitzuteilen, wie sie gegen dieses Problem vorgehen und welche Auswirkungen das konkret haben würde.

Eine Illustration von PayPal.Das Unternehmen für Online-Zahlungsverkehr bietet außerdem Unterstützung und weitreichende Kommunikationsmöglichkeiten jenseits seiner Webseite. So verfügt die Firma über aktive Social-Media-Konten, welche den Kunden eine zusätzliche Ebene der Unterstützung und Sicherheit bieten.

Im Endeffekt ist sich PayPal bewusst, dass bei so vielen Transaktionen zwischen verschiedenen Beteiligten auch das potenzielle Risiko für Betrug, Täuschungen und Unstimmigkeiten steigt. Dank ihrer Bereitschaft zu Offenheit und Ehrlichkeit konnten sie jedoch die Kontrolle darüber behalten und den Kunden den für ihre Zufriedenheit erforderlichen Service bieten.

Ihr Weg zur Wahrheit

Ohne komplexe, eigene Strategien und eine strukturierte Umsetzung der Markentransparenz werden Sie nicht weit kommen. Das ist aber noch nicht das Ende der Herausforderung. Diese Vorgehensweise muss zum Lebensstil Ihrer Marke werden.

Und schließlich dürfen Sie nicht vergessen, dass dies nicht immer leicht sein wird. Bekennen Sie sich auch zu den unangenehmen Dingen – das kann den Unterschied ausmachen.

picture of cory schmidt

Cory Schmidt - Head of Marketing | Canto

Cory ist Head of Marketing bei Canto. Mit seiner langjährigen Erfahrung hilft er Marketingexperten, Themen wie Markenmanagement, Bedarfsgenerierung und Digital Asset Management besser zu verstehen.

Der komplette Branding Guide auch als E-Book!

image

Alles zum Thema Markenbildung in Cantos umfassendem Leitfaden.