Inhaltsverzeichnis
Was ist E-Mail-Marketing?
Was ist Social Media-Marketing?
Hauptunterschiede und Entscheidungshilfe
Zusammenfassung
Inhaltsverzeichnis

E-Mail-Marketing und Social Media sind zwei der wichtigsten Kanäle, die einem Digitalmarketingspezialist zur Verfügung stehen. Angesichts zweier hervorragender Alternativen ist es mitunter schwierig zu entscheiden, auf welche Sie Ihre Ressourcen konzentrieren sollten.

In diesem Artikel gehen wir auf die Vor- und Nachteile von E-Mail-Marketing und Social Media ein. Haben Sie erst einmal die jeweiligen Vorteile kennengelernt, können Sie besser einschätzen, welcher Kanal für Ihre Marketingziele am geeignetsten ist.

Was ist E-Mail-Marketing?

E-Mail-Marketing bezeichnet eine digitale Marketingstrategie, bei der Marken mithilfe von E-Mails:

  • Produkte und Dienstleistungen bewerben
  • Kunden und Interessenten binden
  • ihre Markenidentität stärken

Da dafür die E-Mail-Adresse erforderlich ist, kann man mit E-Mail-Marketing am besten Personen erreichen, die bereits eine Verbindung zum Unternehmen haben, z. B. bestehende Kunden.

Was ist Social Media-Marketing?

Unter Social Media-Marketing versteht man eine Bandbreite an Maßnahmen des Digitalmarketing. So zählt man unter anderem die folgenden Aktivitäten zum Social Media-Marketing.

Organisches Social Media-Marketing

Marken erreichen Menschen organisch, wenn sie in den sozialen Medien Follower gewinnen und diese durch das Veröffentlichen von Inhalten und Interaktion einbinden.

Der LinkedIn-Feed von Canto wird auf dem Bildschirm eines Telefons angezeigt.

Organisches Social Media-Marketing ähnelt in vielerlei Hinsicht dem E-Mail-Marketing. In der Regel haben die Follower bereits eine Verbindung zu einer Marke. Sie entscheiden sich dafür, indem sie den Social Media-Konten der Marke folgen, ähnlich wie E-Mail-Abonnenten einer Mailingliste beitreten, wenn sie ein Produkt kaufen oder sich für einen Newsletter anmelden.

Bezahlte Anzeigen und gesponserte Beiträge

Manche Menschen betrachten digitale Anzeigen als eine eigene Kategorie unabhängig von Social Media, selbst wenn diese Anzeigen in den sozialen Netzwerken geschaltet werden. Das Aufkommen von gesponserten Beiträgen und Anzeigen, die sich in Newsfeeds einfügen, lässt die Grenzen jedoch verschwimmen.

Da sie mehr als Ihre Follower erreichen, sind bezahlte Anzeigen und Promoted Posts der beste Weg, um neue Kunden zu erreichen, die Ihre Marke und Produkte vielleicht noch nicht kennen.

Screenshot einer Guinness-Werbung in einem Facebook-Feed.

Virale Inhalte

Unter Marketingberatern ist es schon so etwas wie ein Klischee: Der Kunde will Inhalte, die “viral gehen”. Na klar doch! Einen viralen Moment kann man nicht konstruieren – aber wenn einem das Glück zuteil wird, zahlt sich das enorm aus.

Nutzergenerierte Inhalte

Darunter versteht man Inhalte, die von den Kunden, Anwendern und Followern einer Marke erstellt werden. Da diese Inhalte direkt aus der Community einer Marke stammen, eignen sie sich perfekt für soziale Medien. Ein klassisches Beispiel ist der Fotowettbewerb, bei dem die Teilnehmer ihre Einsendungen – unter Verwendung eines Hashtags – in den sozialen Medien teilen.

Screenshots eines Instagram-Fotowettbewerbs mit dem Siegerfoto, das eine Tasse zeigt.

E-Mail-Marketing und Social Media im Vergleich: Hauptunterschiede und Entscheidungshilfe

Die Ressourcen eines Marketing-Teams sind in der Regel nicht unerschöpflich. Sollten Sie also Ihre Aktivitäten eher auf E-Mail-Marketing oder Social Media konzentrieren? Die Antworten auf die folgenden Kernfragen sollen Ihnen die Entscheidung erleichtern.

Wen möchte ich erreichen?

Bestehende Kunden

E-Mail-Marketing richtet sich an Personen, zu denen Ihre Marke bereits eine Beziehung aufgebaut hat. Das heißt, aktuelle Kunden und Interessenten, deren Kontaktinformationen Sie erhalten haben.

Neue Kontakte

Social Media ist ideal, um neue Interessenten zu erreichen und ihnen dabei zu helfen, Ihre Marke kennenzulernen. Mithilfe gesponserter Beiträge können Sie Ihre Marke neuen Personen vorstellen und mit gezielter Werbung die Beziehung zwischen Ihrer Marke und Interessenten vertiefen, wenn diese Ihre Webseite besucht haben. Wenn Ihre Follower Ihre Beiträge teilen, erreichen Sie sogar mit organischen Aktivitäten neue Kontakte.

Ein Smartphone mit geöffneter Facebook-App liegt neben einem Laptop.

B2B (Business-to-Business)

Für Unternehmenskommunikation ist E-Mail ein selbstverständlicher Kanal. Wer gerade privat durch seinen Instagram-Feed scrollt, möchte in dem Moment sicher nicht an die Arbeit denken. Berufliche E-Mails sind ein ‘rein geschäftlicher’ Kanal, wo die Menschen bereits an das Problem denken, bei dem Ihre Produkte oder Dienstleistungen die Lösung darstellen.

Das soll nicht heißen, dass Social Media-Anzeigen im B2B-Bereich grundsätzlich nicht empfehlenswert sind. Irgendwo müssen neue Kunden Sie ja entdecken! Anzeigen auf LinkedIn kombinieren die Vorteile beider Bereiche, da Sie auch dort Menschen erreichen, die sich in einem Arbeitsumfeld befinden.

Außerdem hat jemand, der am Arbeitsplatz durch LinkedIn scrollt, möglicherweise mehr Zeit, sich Ihre Anzeige genauer anzusehen, als jemand, der zwischen zwei Meetings noch schnell seine E-Mails checkt.

B2C (Business-to-Consumer)

Beim Verbrauchermarketing stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Sowohl E-Mail-Marketing als auch Social Media geben Ihnen die Möglichkeit, Menschen in ihrer Freizeit zu erreichen.

Grafische Veranschaulichung einer Statistik: 91 % der Befragten geben an, dass sie Werbe-E-Mails erhalten möchten.

Manche Marketingfachleute befürchten, dass sich E-Mail-Marketing von Natur aus wie Spam anfühlen könnte. Aber solange Sie Ihre Kampagnen durchdacht gestalten, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Die Mehrheit der Kunden findet ein vernünftiges Maß an E-Mail-Marketing durchaus in Ordnung. In einer Umfrage gaben ganze 91 % der Befragten an, dass sie Werbe-E-Mails von Marken erhalten möchten. Das ist doch mal eine erfreuliche E-Mail-Marketing-Statistik!

Welche Empfänger habe ich bereits?

Beide, E-Mail-Marketing und organisches Social Media, erfordern den Aufbau einer Zielgruppe. Und das braucht Zeit. Möchten Sie also eine Botschaft schnell verbreiten, machen Sie das am besten auf dem Kanal, auf dem Sie bereits Kontakte oder eine Anhängerschaft haben.

Welche Zielgruppe kann ich aufbauen?

Auf lange Sicht lohnt es sich, dass Sie auf der Plattform, die Sie am meisten nutzen möchten, ein Zielpublikum schaffen. Bei sozialen Medien bedeutet das, dass Sie Ihre Kunden animieren müssen, Ihren Accounts zu folgen, Inhalte zu erstellen, die geteilt werden können, und sich mit Menschen und anderen Marken auszutauschen.

Screenshot der Webseite von Knog mit einem Popup-Formular für die E-Mail-Anmeldung.

Wenn Sie die E-Mail-Adressen Ihrer Kunden erfassen, haben Sie möglicherweise schon einen E-Mail-Verteiler. Falls nicht, können Sie ganz einfach anfangen, die E-Mail in Ihr Geschäft einzubinden. Beispielsweise können Sie eine Online-Terminvereinbarung einrichten oder Ihren Kunden anbieten, ihnen ihre Kaufbelege per E-Mail zu schicken.

Am besten können Sie einen E-Mail-Verteiler aufbauen, indem Sie Ihre Webseitenbesucher in E-Mail-Abonnenten umwandeln. Mit einem E-Mail-Anmeldeformular auf Ihrer Webseite haben Ihre Besucher die Möglichkeit, sich ganz leicht für Ihre E-Mail-Updates anzumelden.

Wie viel bin ich gewillt auszugeben?

Der Einsatz von E-Mail-Marketing ist relativ kostengünstig. Seriöse E-Mail-Marketingprogramme beginnen bei etwa 10 bis 20 US-Dollar monatlich, und das E-Mail-Marketing ist besonders effizient, wenn es skaliert. Anders als bei digitalen Anzeigen, die pro Klick bezahlt werden, brauchen Sie für eine bessere E-Mail-Performance nichts extra zu bezahlen.

Wenn Sie Ihre Liste vergrößern und Ihre Kampagnen optimieren, erreichen Sie mehr Konvertierungen, ohne dass Ihnen zusätzliche Kosten entstehen.

Screenshot des Formulars für Anzeigengebote von Facebook.

Organisches Social Media ist ebenfalls im Wesentlichen kostenlos, doch beschränken die meisten Social Media-Plattformen Ihre organische Reichweite. Wenn Sie ein größeres Netz auswerfen möchten, müssen Sie auf gesponserte Beiträge und Anzeigen zurückgreifen.

Social Media-Unternehmen vermarkten Ihnen den Zugang zu ihren Nutzern. Das heißt, Sie erreichen Personen, die Sie sonst nicht erreichen würden – aber es bedeutet auch, dass die Plattform eine Provision erhält.

Wie entscheidend sind Reihenfolge und Timing?

Wollen Sie eine ausgeklügelte und perfekt getimte Kampagne erstellen, ist E-Mail-Marketing dafür ideal. Wenn Sie eine E-Mail-Kadenz einrichten, können Sie Interessenten während einer kostenlosen Testphase betreuen oder Kunden nach einem bestimmten Kauf weiterhin bei der Stange halten.

Beim organischen Social Media Marketing haben Sie wesentlich weniger Kontrolle über Abfolge und Taktung. Komplexe Algorithmen bestimmen, welche Inhalte wann in den Feeds der Follower erscheinen. Möglicherweise sehen sie nicht alles, was Sie posten, oder sie bekommen die Beiträge nicht in der richtigen Reihenfolge angezeigt.

Illustration eines Marketingexperten, der an seinem Laptop eine E-Mail-Kadenz plant.

Bezahlte Werbung in sozialen Medien bietet Ihnen ein wenig mehr Steuerungsmöglichkeiten, denn Sie können Anzeigen für bestimmte Zeiten planen oder bestimmte Nutzergruppen ansprechen. Hinsichtlich des Timings und der Zielgruppenansprache sind E-Mails jedoch nach wie vor das präzisere Instrument.

Wie visuell sind meine Inhalte?

HTML-E-Mails können richtige Kunstwerke sein, doch es gibt einen Haken: Ihr ganzes schönes E-Mail-Design verschwindet hinter einer Betreffzeile. Es kommt erst zur Geltung, nachdem jemand die E-Mail tatsächlich geöffnet hat.

Anders verhält es sich in den sozialen Medien, wo Newsfeeds auf Bilder und Videos ausgelegt sind. Schöne Infografiken, Fotos und Videoclips springen den Social-Media-Nutzern förmlich entgegen und ziehen sie in ihren Bann.

Außerdem ist die Hemmschwelle niedriger, wenn der Inhalt direkt im Feed angezeigt wird, als wenn man sich erst durch eine E-Mail klicken muss.

Ein Facebook-Post von National Geographic Photography mit Kunstwerken zum Thema Umweltverschmutzung durch Kunststoffe.

Sind die Inhalte für eine breite Masse interessant? Kann Personalisierung weiterhelfen?

E-Mails sind die am stärksten personalisierbare Form des digitalen Marketings. Sie können jeden Empfänger mit seinem Namen ansprechen und so eine vertraute Verbindung schaffen. Mithilfe der E-Mail-Segmentierung können Sie darüber hinaus ganz einfach unterschiedliche E-Mails an verschiedene Personengruppen senden, abhängig von deren Kundenstatus, Kaufhistorie und weiteren Faktoren.

Anzeigen in sozialen Medien können ebenfalls gezielt eingesetzt werden, jedoch nicht ganz so präzise. So hat Facebook zum Beispiel keine Ahnung, ob es sich um einen Kunden oder einen Interessenten handelt, oder welches Produkt derjenige zuletzt gekauft hat.

Generell müssen Ihre Inhalte in den sozialen Medien ein breites Publikum ansprechen.

Fassen wir noch einmal zusammen

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick darüber, welche Marketingziele Sie mit welchem Kanal erreichen können.

E-Mail-Marketing Social Media
B2B Ja

E-Mails sind ein natürlicher Kanal für die geschäftliche Korrespondenz.

Möglicherweise

Insbesondere um neue Kontakte auf Kanälen wie LinkedIn zu erreichen.

B2C Ja

91 % der Leute sagen, dass sie Werbe-E-Mails von Marken erhalten wollen, mit denen sie Geschäfte machen.

Ja

Social Media erreicht Kunden und neue Interessenten immer dann, wenn diese viel Zeit und Aufmerksamkeit haben.

Sichtbarkeit der Marke Nein

Ohne deren E-Mail-Adresse können Sie die Leute nicht erreichen.

Ja

Social Media-Anzeigen sind ideal, um Menschen zu erreichen, die Ihre Marke noch nicht kennen.

Kontaktpflege Ja

Sie steuern die E-Mail-Kadenz für die Kontaktpflege und können Kampagnen mit spezifischen Auslösern erstellen.

Möglicherweise

Gezielte Anzeigen reaktivieren Benutzer sozialer Medien, die Ihre Webseite besucht haben, jedoch ist die Kadenz nicht präzise.

Kundenbindung Ja

Informative Inhalte binden die Kunden zwischen einzelnen Käufen und rufen Ihre Marke in Erinnerung.

Ja

Inhalte, die zur Kundenbindung konzipiert sind, funktionieren in der Regel auch in sozialen Medien gut.

Visuelle Inhalte Möglicherweise

Kunden sehen Ihr Bildmaterial erst, wenn sie die E-Mail tatsächlich geöffnet haben.

Ja

Soziale Medien sind für Bilder und Videos optimiert. Auffälliges Bildmaterial sticht in Newsfeeds hervor.

Segmentierung und Personalisierung Ja

E-Mails sind hochgradig personalisierbar.

Nein

Inhalte müssen ein breites Publikum ansprechen.

Aufbau einer Gemeinschaft Ja

Abonnenten haben das Gefühl, Eingeweihte zu sein, denn sie erhalten Angebote und Neuigkeiten direkt in ihren Posteingang.

Ja

Kunden können mit Ihrer Marke und untereinander interagieren. Benutzergenerierte Inhalte fördern das Engagement der Kunden.

Setzen Sie beide Kanäle für Ihre Marke ein

Beim Vergleich von E-Mail-Marketing und Social Media gibt es kein pauschales Urteil darüber, welcher Kanal der bessere ist. Beide bieten Möglichkeiten, vielversprechende Interessenten zu gewinnen und mit Ihrer Marke sinnvoll zu interagieren.

Dennoch sind sie nicht miteinander austauschbar. Die meisten Marken benötigen Strategien für E-Mail-Marketing und Social Media-Marketing.

Bei der Entscheidung, welcher Kanal für Sie Priorität haben sollte, müssen Sie die relativen Vorteile jedes Mediums berücksichtigen und Ihre Marketing-Ziele als Orientierungshilfe heranziehen.

Kate Lindemann

Kate Lindemann | Canto

Kate ist Spezialistin für Marketing und digitale Kommunikation und hilft Marken dabei, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten – vom Verfassen der perfekten Botschaft bis hin zur optimalen Umsetzung.