Obgleich es zahlreiche Neuerungen gibt, die die Benutzer hin zu einem Wechsel zu SaaS bewegen, bleibt Software as a Product (SaaP) weiterhin von Bedeutung. Lesen Sie selbst, welchen Mehrwert SaaP bietet und warum ein Wechsel zu einem anderen System möglicherweise doch sinnvoll ist.

Was bedeutet SaaP?

Software as a Product (SaaP) bezeichnet in der Regel eine materielle Ware, die einmalig gekauft wird. Wenn ein Kunde ein Programm benötigt, das nicht an viele Bedingungen geknüpft ist, wie z.B. Support oder ständige Upgrades, dann ist das klassicherweise das Einsatzgebiet von SaaP. Das Prinzip unterscheidet sich von SaaS dadurch, dass es sich um den Erwerb eines Produkts handelt anstatt um den Erwerb einer Dienstleistung.

Ein Beispiel für SaaP: Wenn Sie im Laden oder online eine Software gekauft haben, erhalten Sie entweder eine physische CD mit der Software, oder Sie müssen das Softwareprogramm herunterladen. So oder so, Sie erwerben die Software als Produkt. Ihr Kauf erfordert eine einmalige Bezahlung, es gibt aber keine monatlich wiederkehrenden Gebühren. Ihr Kontakt mit dem Unternehmen, von dem Sie die Software gekauft haben, bleibt auf ein Minimum beschränkt. Ein tiefergehender Austausch kommt nur zustande, wenn Sie sich dafür entscheiden (aus Supportgründen, wegen Upgrades, usw.).

Die Nachteile von SaaP-Lösungen

Ein möglicher Nachteil von SaaP ist, dass die Software keine qualitativ hochwertige Wartung umfasst. So manche Software as a Service-Lösung wird täglich mit Optimierungen aktualisiert. Eine erworbene SaaP-Software hingegen behält ihren ursprünglichen Entwicklungsstand bei, was sie in gewisser Weise einschränkt. Das liegt daran, dass sich der Wert der Software und ihre Verwendung, nachdem sie gekauft wurde, in Abhängigkeit von den technologischen Weiterentwicklungen ändern.

Wenn Sie beispielsweise ein Exemplar von Microsoft Word gekauft haben, sich aber dann der gesellschaftliche Standard für Dokumentdateien geändert hat, sind Sie gezwungen, Ihre Version nachzurüsten, um Schritt halten zu können. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten für die Aktualisierung, die den Sinn und Wert einer einmaligen Anschaffung zunichte machen.

Zwei junge Kollegen sitzen in einem Büro an einem Schreibtisch und arbeiten gemeinsam mit ihren Computern und Laptops an einem Projekt.
Bei SaaP gibt es einige Nachteile, die es zu beachten gilt.

Das größte Problem von SaaP ist jedoch, dass es über keine Geschäftsfunktionalität verfügt. Wenn ein Unternehmen eine neue Software einführen möchte, wird es durch SaaP anfällig für Systemausfallzeiten, die sich aufgrund von Updates, Problemen mit der Funktionalität und dem fehlenden umfassenden Support ergeben.

Unterschiede zwischen SaaP und SaaS

SaaS ist ein vom Hosting-Anbieter bereitgestellter Service, bei dem monatliche oder jährliche Zahlungen anfallen. Durch die automatisierten Updates und den erweiterten Support fühlt es sich wie eine unbefristete Serviceleistung und eine Investition an. SaaP hingegen ist ein einmaliger Erwerb von Software, der sich auf den Umfang des Softwareprogramms zum Zeitpunkt seiner Erstellung beschränkt.

Der Unterschied zwischen beiden Ansätzen lässt sich folgendermaßen veranschaulichen: Stellen Sie sich vor, sie möchten bei sich zuhause einen Film schauen. Sie könnten sich entweder den Film auf einer DVD kaufen oder ihn über einen Streaming-Service wie Netflix schauen. Ihr Streaming-Anbieter entspricht dabei dem SaaS-Prinzip: Das System wird häufig aktualisiert, doch fallen dafür keine Extrakosten für die Benutzer an und auch die Ausfallzeiten sind eher kurz.

Der Film auf Ihrer DVD steht für SaaP. Sie können mit beiden Methoden Ihren Wunschfilm schauen, aber die DVD funktioniert auch ohne Internetverbindung. Außerdem brauchten Sie dafür nur einmal Geld zu bezahlen, und eine Wartung durch einen Drittanbieter ist auch nicht erforderlich.

Mehrere junge Kollegen in einem Büro betrachten gemeinsam einen Computerbildschirm.
SaaS erfordert mehr Support seitens des Unternehmens, von dem Sie Ihren Service erworben haben.

Ein Blick in die Zukunft

Gegenwärtig und in Zukunft ist SaaP die bessere Wahl für Einzelanwender. Unternehmen hingegen werden sich aufgrund der möglichen Probleme, die sich aus SaaP ergeben, wahrscheinlich auch in Zukunft eher zu SaaS tendieren.

Der größte Wert von SaaP besteht in der Benutzerfreundlichkeit für Anwender mit nur minimalem oder gänzlich ohne Internetzugang, die einfach nur ein bestimmtes Programm zur Erfüllung konkreter Aufgaben brauchen. Aufgrund der Vorteile von SaaS für Unternehmen zeichnet sich aber die Tendenz ab, dass SaaP langfristig keinen Bestand haben wird.

Casey Schmidt – Content Manager and Industry Expert | Canto

Casey Schmidt ist Content Manager bei Canto und interessiert sich dafür, komplexe Themen zu erfassen und für unsere Leser leicht verständlich zu machen.